MALLORCA, ARCHITEKTONISCHE IDENTITÄT

MALLORCA, ARCHITEKTONISCHE IDENTITÄT

Di, 11/18/2014 - 19:46 | Bastidas Architecture | Blog

Mallorca ist es durch besondere Hingabe gelungen, eine Reihe von römischen Bauformen zu bewahren, die die architektonische Identität der Insel bestimmen. Es waren die Römer die ihre Bautechniken unter großem Aufwand systematisierten und deren Weiterleben in unserem Umfeld mehr als offenkundig ist.

Miquel Ramis erläutert in „Das Weiterleben der römischen Bauformen in der typisch mallorquinischen Architektur“, dass wir gerne auf die islamische Periode zurückgreifen, um viele der charakteristischsten Elemente unserer Baukunst zu erklären. Wir ordnen islamische Merkmale den ältesten Beispielen unserer Kultur zu und doch sind diese das Vermächtnis vorheriger Kulturen, die oft von römischen Meistern ihres Fachs verbessert wurden.

Doch römisches oder islamisches Vermächtnis oder gar das der alten Ägypter dahingestellt, bietet der Congreso Nacional de Historia de la Construccón (Nationale Fachtagung der Baugeschichte), der 2005 in Cádiz stattfand, ein anderes Verständnis des Wortes “Tradition“, ein Begriff, der leider sehr breitgetreten wurde und dem wir einen beträchtlichen Teil seiner Bedeutung entrissen haben. Ramis weist auf eine ‚Zusammenfassung der besten Praktiken und Designs von Hunderten von Generationen von Erbauern’ hin und übt scharfe Kritik an den heutigen Architekten, die davon besessen zu sein scheinen, ihren persönlichen Abdruck zu hinterlassen.

Dieses Beispiel regt zum Nachdenken an und liefert neue Gesprächsthemen für diejenigen die einen inneren Kampf von Ego und eigener Handschrift führen, und dabei – oftmals auf dem Weg – eine Wirklichkeit, die sich „Tradition“ nennt, beiseite lassen. Die Einfachheit die die Erkenntnis erlaubt, dass Architektur vielleicht nur in ihrem Sein besteht, wobei sie auf alles acht gibt, was wir einmal waren.

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